
Am Samstag, dem 27. Juni, verwandelte die ExtraSchicht – die Lange Nacht der Industriekultur – einmal mehr die ehemaligen Industrieanlagen des Ruhrgebiets in ungewöhnliche Kulturbühnen. Auch in Dortmund öffneten gleich vier Spielorte ihre Tore und verbanden historische Industriearchitektur mit zeitgenössischer Kunst, Musik und Performance. Im gesamten Ruhrgebiet, von Duisburg über Essen bis Dortmund, lockten ehemalige Zechen, Fördertürme und Industriehallen mit nächtlichen Lichtinstallationen, Konzerten und Führungen. Das wohl bekannteste Symbol dieser Industriekultur ist die Zeche Zollverein in Essen, ein UNESCO-Welterbe und Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur. Anlagen wie diese stehen exemplarisch für den tiefen Strukturwandel, den das Ruhrgebiet seit dem Ende des Steinkohlebergbaus durchlaufen hat – von der Schwerindustrie zu Kultur-, Bildungs- und Kreativstandorten. Die ExtraSchicht zieht traditionell ein sehr durchmischtes Publikum an: Familien, die tagsüber die Anlagen besichtigen, ebenso wie Nachtschwärmer, die bis in die frühen Morgenstunden zwischen den Spielorten pendeln. Shuttlebusse verbinden die verschiedenen Standorte im gesamten Ruhrgebiet und machen die Veranstaltung auch ohne eigenes Auto gut erreichbar. Für Menschen mit Migrationsgeschichte, die sich in den vergangenen Jahren im Ruhrgebiet oder im weiteren Rheinland niedergelassen haben, bietet die ExtraSchicht eine niedrigschwellige Möglichkeit, die industrielle Vergangenheit ihrer neuen Heimatregion kennenzulernen – ein Stück gemeinsamer Geschichte, das die Identität Nordrhein-Westfalens bis heute prägt.



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